Briefe an den Göttinger Orientalisten und Bibliothekar Johann David Michaelis (1717 - 1791). Bd. 1: Abaisi – Best. Handschrift.
Signatur: 2° Cod. Ms. Michaelis 320
Der Orientalist und Theologe Johan David Michaelis (1717 - 1793) galt bereits seinen Zeitgenossen nicht nur als äußerst belesener Forscher, sondern zugleich auch als beredter Lehrer in seinen Disziplinen. So reichte sein Ruf als führender Experte in der bibelwissenschaftlichen Forschung weit über die Grenzen Göttingens hinaus – ein Nachruf aus dem Jahr 1793 spricht gar davon, dass er „unstreitig der Schöpfer seines Fachs“ gewesen sei. Um Belege für den Wahrheitsgehalt biblischer Erzählungen zu erhalten, konnte Michaelis in den 1760er Jahren den dänischen König für die Finanzierung der berühmten Arabienexpedition gewinnen, von der als einziger Überlebender bekanntlich nur Carsten Niebuhr wieder nach Europa zurückkehrte. Als Direktor der Göttinger Universitätsbibliothek, Sekretär der Gesellschaft der Wissenschaften und Redakteur der „Göttingischen Anzeigen von Gelehrten Sachen“ erwarb sich Michaelis zudem große Verdienste um das Göttinger Wissenschaftsleben. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen war Michaelis kein profilierter Briefeschreiber. Umso bemerkenswerter ist es, dass die an ihn gesandten Briefe der Nachwelt erhalten geblieben sind, finden sich doch unter seinen Korrespondenten nicht nur berühmte Göttinger Wissenschaftler (z. B. Abraham Gotthelf Kästner oder August Ludwig von Schlözer), sondern auch bedeutende Persönlichkeiten aus benachbarten deutschen Territorien (z. B. Justus Möser oder Friedrich Nicolai) und dem europäischen Ausland (z. B. Joseph Jérôme Lefrançais de Lalande oder Claude-Emmanuel de Pastoret).
Zustandsbeschreibung: Die in einen Pappband gebundenen Briefe sind in ihrem Erhaltungszustand stark gefährdet. Die Schäden reichen von Verschmutzungen über Einrisse und Fehlstellen bis hin zum Tintenfraß.
Mit ihrer Hilfe … lösen wir die Briefe von den Fälzen. Nach der Papierrestaurierung, die sowohl eine Trockenreinigung als auch eine Nassbehandlung umfasst, legen wir die gereinigten und geglätteten Briefe in Papiermappen aus säurefreien, alterungsbeständigen Material ein und bewahren sie in einem Schutzbehältnis auf.
Restaurierungskosten: 5.526,36 Euro
Letzte Änderung 14.12.2012