Literaturrecherche im Fach Germanistik

Auf dieser Seite finden Sie einige grundlegende Tipps zur Recherche nach germanistischer Fachliteratur. Wenn Sie sich weiterführend informieren möchten, können Sie

Bei Fragen, die auf dieser Webseite nicht beantwortet werden oder Rechercheproblemen, die spezielle Materialien wie Handschriften, Inkunabeln, Zeitungen usw. betreffen, wenden Sie sich gerne an Ihre Fachreferentin (E-Mail).

Warum lesen wir Sekundärliteratur und warum muss sie aktuell sein?

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, warum es für eine Hausarbeit nicht reicht, sich einfach selbständig mit dem Primärtext oder dem Thema auseinanderzusetzen, das Sie sich ausgesucht haben.

Natürlich ist es sehr wichtig, dass Sie sich eigenständig Gedanken dazu machen. Aber Sie sind ja nicht die oder der erste dabei. Vor Ihnen haben sich schon andere damit auseinandergesetzt. Es ist wichtig, diesen Forschungsprozess zu kennen, damit Sie nicht etwa unreflektiert veraltete Thesen wiederholen.

Wenn Sie zu einem Gespräch dazukommen, reden Sie ja auch nicht gleich drauflos, sondern Sie hören erst einmal zu und versuchen zu verstehen, worum es geht. Als Studierende steigen Sie in eine Forschungsdiskussion ein, die schon lange vor Ihnen begonnen hat. Daher setzen Sie bei den aktuellsten Publikationen an, damit Sie mit Ihren eigenen Überlegungen auf dem neuesten Stand aufbauen können!

In der Germanistik findet die aktuellste Forschungsdiskussion immer noch viel in gedruckten Arbeiten, aber zunehmend auch in elektronischen Publikationen statt: in Zeitschriftenartikeln, Monographien und Sammelbänden. Besonders Zeitschriftenartikel sind sehr häufig schon in elektronischer Form verfügbar. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie die aktuellsten Publikationen finden. Natürlich ist es bequem, wenn man im Internet auf eine vollständig digitalisierte Publikation zum Thema stößt - diese sind aber eben urheberrechtsfrei, was bedeutet, dass sie oft seit über 70 Jahren veraltet sind und daher in den meisten Fällen keine alleinige Arbeitsgrundlage mehr sein können.

Warum reicht es eigentlich nicht, das Thema zu googeln?

  • Weil wichtige wissenschaftliche Informationen nicht gefunden werden: Die meisten wissenschaftlichen Inhalte befinden sich passwortgeschützt im nicht-öffentlichen Teil des Internets (‚Deep Web‘) und werden durch die Suchmaschine, die das öffentlich zugängliche Netz durchsucht, nicht gefunden.
  • Weil Sie zu viel nicht-wissenschaftlichen „Beifang“ erhalten: Mit Google finden Sie zahlreiche nicht-wissenschaftliche und irrelevante Informationen, die Sie erst aussortieren müssen, und übersehen dabei leicht wissenschaftliche Inhalte aufgrund der meist riesigen Treffermenge.

    • Daraus folgt: Wenn Sie direkt in wissenschaftlichen Suchräumen wie Fachbibliographien und Bibliothekskatalogen suchen, vermeiden Sie unnötige Arbeit, haben qualitativ bessere Suchergebnisse und sparen viel Zeit.

Wie gehe ich am besten bei der Literaturrecherche vor?

  1. Recherchieren Sie zuerst in einer Fachbibliographie, was zu Ihrem Thema publiziert worden ist, und stellen Sie eine Literaturliste zusammen.
  2. Dann schauen Sie im Göttinger Universitätskatalog (GUK) nach, wo Sie hier in den Göttinger Bibliotheken die gefundenen Titel erhalten oder ob Sie vielleicht etwas per Fernleihe aus anderen Bibliotheken bestellen müssen.

Tipp: Beim Erstellen von Literaturlisten können Sie auch ein Literaturverwaltungsprogramm benutzen. Erfahren Sie mehr darüber!

In welchen Fachbibliographien sollte ich suchen?

BDSL

Für die Recherche nach germanistischer Sekundärliteratur gibt es eine hervorragende elektronische Fachbibliographie: Die Bibliographie der Deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft (BDSL). Diese umfassende bibliographische Datenbank wird von Experten geführt und ist funktional ganz auf das germanistische Arbeiten abgestimmt. Daher ist es sinnvoll, Ihre Suche mit der BDSL zu beginnen.

  • Online-Tutorial zur BDSL: Schauen Sie das Tutorial der UB Bamberg an, das alle wichtigen Funktionen der BDSL anschaulich erklärt!

RI-Opac und IMB

Bei altgermanistischen Themen sollten Sie auf jeden Fall zusätzlich im Regesta Imperii OPAC (RI-Opac) suchen, der speziell mediävistische Fachliteratur nachweist, wie auch die International Medieval Bibliography (IMB).

MLA

Bei literaturtheoretischen Themen oder Fragestellungen, die auch in anderen Philologien diskutiert werden, können Sie zusätzlich noch in der MLA International Bibliography (MLA) recherchieren. Auch zu einzelnen Werken der deutschsprachigen Literatur aller Epochen findet man in dieser umfassenden Bibliographie Sekundärliteratur, insbesondere aus der anglophonen Wissenschaftswelt. So erhalten Sie einen umfassenderen Blick auf die Forschungsdiskussion als nur durch die vorwiegend deutschsprachigen Treffer in der BDSL. Ähnlich wie bei dieser sind auch die Suchfunktionen der MLA vor allem auf philologische Fragestellungen abgestimmt.

Übung

Lernen Sie die Recherche in diesen Datenbanken mit Hilfe von Beispielthemen kennen!

Tipps für Citavi-Benutzerinnen und -Benutzer

Datenimport aus BDSL, RI-Opac und MLA

Weitere germanistische Datenbanken

Es gibt natürlich noch viele andere Bibliographien und Nachweissysteme, die bei bestimmten Fragestellungen verwendet werden können oder müssen. Mit den hier genannten sind Sie im Studium jedoch auf jeden Fall gut versorgt.

Wenn Sie weitere germanistische Datenbanken kennenlernen möchten, schauen Sie im Fachausschnitt Germanistik im Datenbank-Infosystem (DBIS) nach.

Auch das Handbuch von Klaus Gantert: Erfolgreich recherchieren - Germanistik. Berlin 2012 (Erfolgreich recherchieren) bietet weiterführende Informationen zu Nachweissystemen, die für Germanistinnen und Germanisten relevant sind.

Wie kann ich sonst noch relevante Titel für mein Thema finden?

  • Schneeballsystem: Schauen Sie in die Fußnoten bzw. in das Literaturverzeichnis einschlägiger Arbeiten. Dort findet man immer noch wichtige Publikationen, die man z. B. wegen nicht so aussagekräftiger Titel in der Fachbibliographie übersehen oder nicht gefunden hat.
  • In der Bibliothek am Regal: Stöbern Sie in der Bibliothek an den passenden Systemstellen direkt in den Regalen. Dafür braucht man etwas Muße. Es ist aber immer wieder erstaunlich, wie viele Anregungen man auf diese Weise erhält. Es lohnt sich jedoch nur, wenn Sie in einer umfangreichen und systematisch aufgestellten Sammlung stöbern, z. B. in der Bibliothek des Seminars für Deutsche Philologie.

Wie finde ich die Literatur auf meiner Liste in den Göttinger Bibliotheken?

Benutzen Sie den Göttinger Universitätskatalog (GUK), um herauszufinden, ob und wo die Titel in den Göttinger Bibliotheken vorhanden sind.

  • WICHTIG: Denken Sie daran, dass Sie unselbständig erschienene Literatur (z. B. Zeitschriftenartikel oder Beiträge in Sammelbänden) NICHT unter dem Titel oder Autor im GUK finden können: Bei Zeitschriftenartikeln müssen Sie die betreffende Zeitschrift suchen, bei Aufsätzen in Sammelbänden den Sammelband!

... was war nochmal selbständig und unselbständig erschienene Literatur?

Sie können auch jederzeit die Kolleginnen und Kollegen an den Theken der SUB Göttingen bei der OPAC-Suche um Hilfe bitten!