Liste der bedrohten Schätze

Philosophie und Theologie

Das Gute und das Nützliche

Bild 1 zum Titel Das Gute und das Nützliche Cicero, Marcus Tullius:
De officiis. Daran: Paradoxa Stoicorum. Laelius de amicitia. Cato maior de senctute. Somnium Scipionis. Hexasticha XII Sapientium de titulo Ciceronis.
Parisiis in vico sancti Jacobi [Louis Simonel un Genossen (Au Soufflet Vert)], August 1477.

Signatur: 4° Auct. Lat. II, 3247 Inc.

Bild 2 zum Titel Das Gute und das Nützliche

In seinem letzten Werk „De officiis“, das er zwischen Oktober und Dezember 44 v. Chr. verfasste, stellt Cicero (106 - 43 v. Chr.) die Pflichten des Menschen aus ethisch-philosophischer Sicht dar. Das aus drei Büchern bestehende Werk, das dank seiner Lebendigkeit und seines inneren Reichtums einen großen Einfluss auf die Nachwelt ausgeübt hat, behandelt im ersten Buch das Sittlich-Gute (honestum), im zweiten das Nützliche (utile) und im dritten schließlich diejenigen Situationen, in denen honestum und utile im Widerstreit liegen. Seine Beispiele, die zeigen, wie sich ehrenvolles Handeln auch im Gegensatz zum scheinbar Nützlichen durchhalten lässt, gewinnt Cicero aus der römischen Geschichte, indem er diesen Konflikt bei Cato oder den Scipionen beschreibt. Das Werk entstand vor dem Hintergrund einer Zeit der „starken Männer“ – Pompeius und Caesar, Antonius und Octavian – in der Cicero selbst aus der aktiven Politik verdrängt war und einen Ausgleich in der philosophischen Schriftstellerei suchte. Unter allen in der Wiegendruckzeit veröffentlichten klassischen Autoren steht Cicero eindeutig an der Spitze. Die vorliegende Ausgabe von „De officiis“ wurde 1477 in Paris gedruckt; sie ist vereinigt mit zwei weiteren Cicero-Drucken aus der Wiegendruckzeit. Der Rindledereinband stammt vermutlich aus einer Erfurter Werkstatt.

Bild 3 zum Titel Das Gute und das NützlicheZustandsbeschreibung: Der beriebene zeitgenössische Ganzlederband auf Holzdeckeln ist im Falz gebrochen und zeigt in den Deckeln Wurmlöcher und Fehlstellen an den Ecken. Alte Reparaturen und Selbstklebebänder verunzieren den Einband. Der zu einer späteren Zeit ersetzte Rücken und die beiden Deckel sind mit Blindlinien und –stempeln versehen; von den ehemals vorhandenen Schließen sind nur noch die Deckplättchen vorhanden. Der leicht verschmutzte Buchblock hat im hinteren Drittel einen durchgehenden Wasserschaden; die Fadenheftung ist intakt.

Mit ihrer Hilfe … ergänzen wir die beiden vorhandenen Holzdeckel und reinigen den Einband. Die alten Deckelbezüge bleiben erhalten; alte Reparaturen werden entfernt und die Fehlstellen unterlegt. Der Rücken wird neu eingeledert, und an den Bünden des neuen Rückens werden Blindlinien nach Muster des alten Einbands angebracht; außerdem wird ein neuer Titelaufdruck auf farbigem Lederschild mit goldgeprägten Lettern gefertigt. Wir stellen neue Vorsätze mit Lederfalz her. Das erste Blatt wird trocken gereinigt; Risse und Fehlstellen werden ergänzt. Zwei lose Blätter werden in den Band neu eingebunden. Die Heftung wird bis auf die Vorsatzlage nicht auseinander genommen. Ein neues handgestochenes Kapital aus einfarbigem Zwirn ergänzt den Band; als Schutzbehältnis wird ein Schuber hergestellt.

Restaurierungskosten: 1.228,08 Euro

Ich möchte eine Patenschaft für diesen Titel übernehmen.

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