Liste der bedrohten Schätze

Naturwissenschaften und Medizin

Der Napoleon der Hysteriker

Bild 1 zum Titel Der Napoleon der Hysteriker Iconographie photographique de la Salpêtrière.
Paris, 1876 - 1880.

Signatur: 8° Med. Pract. 1468/27 Rara

Bild 2 zum Titel Der Napoleon der Hysteriker

Das auf Veranlassung Ludwigs XIV. im Jahre 1654 errichtete Pariser Hôpital Salpêtrière (heute: Hôpital Pitié-Salpêtrière) galt im 19. Jahrhundert als die bekannteste psychiatrische Anstalt Europas und beherbergte bis zu 8.000 Patienten. 1882 wurde hier für den Mitbegründer der modernen Neurologie Jean-Martin Charcot (1825 - 1893) der weltweit erste Lehrstuhl für Krankheiten des Nervensystems geschaffen. Intensiv beschäftigte sich Charcot – auch im Rahmen quasi-öffentlicher Fallvorstellungen – mit der Erforschung und Behandlung der klassischen Hysterie, als deren Ursache er zunächst eine Degeneration des Nervensystems, später psychische Faktoren vermutete. In der „Iconographie photographique de la Salpêtrière“, einem zwischen 1876 und 1880 fortlaufend erschienenen Bildatlas, wurden die hysterischen Leiden und die Stadien hysterischer Anfälle in Fotografien dokumentiert und klassifiziert. Zu den Schülern des als „Napoleon der Hysteriker“ apostrophierten Wissenschaftlers gehörte auch der junge Sigmund Freud (1856 - 1939), der 1885/86 bei Charcot studierte, seine Vorlesungen in das Deutsche übersetzte – und dessen Interesse fortan der Psychopathologie galt.

Bild 3 zum Titel Der Napoleon der HysterikerZustandsbeschreibung: Die drei Halbgewebebände mit Pappdeckeln sind teilweise im Falz gebrochen, und die Rücken sind lose. Einige der Kanten weisen Fehlstellen auf, die ehemals vorhandenen Textilbänder fehlen sämtlich. Der Titel ist als gedrucktes Papierschild auf den Rücken geklebt. Der Buchblock ist leicht verschmutzt, und die vorderen Blattkanten zeigen einige Einrisse. Die Fadenheftung der drei Bände ist intakt.

Mit ihrer Hilfe … fertigen wir drei neue Halbgewebebände mit neuen Deckeln an; die alten Deckelbezüge und Rückschilder werden wiederverwendet. Im Buchblock werden Einrisse mit Japanpapier geschlossen. Die Vorsatzlagen werden vor- bzw. nachgeheftet.

Restaurierungskosten: 690,00 Euro

Ich möchte eine Patenschaft für diesen Titel übernehmen.

Zurück