Liste der bedrohten Schätze

Mathematik

Ein Rechenbuch für Schüler und Kaufleute

Bild 1 zum Titel Ein Rechenbuch für Schüler und Kaufleute Ries, Adam:
Rechnung auff der Linihen und Federn / auff allerley handthirung gamacht durch Adam Risen
Erfurt: Melchior Krause, 1531.

Signatur: 8° Math. II, 1282 (1) Rara

Bild 2 zum Titel Ein Rechenbuch für Schüler und Kaufleute

Adam Ries (1492 - 1559) führte zunächst – wie damals üblich – auf Märkten und Messen seine Rechenfertigkeiten vor und machte sich dabei bereits als junger Rechenmeister einen Namen. Nach seinen Wanderjahren ließ er sich um 1517 in Erfurt nieder und eröffnete eine Rechenschule, in der er angehende Kaufleute und Handwerker im kaufmännischen Rechnen unterrichtete. In seinem ersten, 1518 verfassten Rechenbuch beschreibt Adam Ries das „Rechnen auf den Linien“, ein seinerzeit verbreitetes Rechenverfahren auf Rechentischen und Rechentüchern: Rechenpfennige wurden auf Linien gelegt und mittels geeigneter Aktionen, die der Durchführung der vier Grundrechenarten entsprachen, verschoben, aufgelegt und entfernt. Das zweite, hier vorliegende Rechenbuch, das in erster Auflage 1522 erschien, führt nach einer kurzen Darstellung des „Rechnens auf den Linien“ didaktisch geschickt in das uns heute vertraute schriftliche Rechnen („mit der Feder“) mit arabischen Ziffern ein. Das Buch erlebte schon zu Ries’ Lebzeiten zahlreiche Auflagen. Noch heute ist die Redewendung „nach Adam Riese“ geläufig, welche die Richtigkeit eines Rechenergebnisses unterstreicht.

Bild 3 zum Titel Ein Rechenbuch für Schüler und KaufleuteZustandsbeschreibung: Der vordere Holzdeckel des Ganzlederbandes ist in der Mitte gebrochen; der Einband ist zusätzlich im Falz gebrochen und weist Fehlstellen im Rücken auf. Der Rücken und die beiden Deckel sind mit Blindlinien und –stempeln versehen; der obere Schließhaken und das Band fehlen. Im vorderen und hinteren Spiegel und im fliegenden Blatt hinten sind handschriftliche Eintragungen zu finden. Der Buchblock ist verschmutzt und zeigt Flecken (Bl. 56) und Fehlstellen (Bl. 31 u. 32). Die Fadenheftung ist lose.

Mit ihrer Hilfe … werden die Holzdeckel stabilisiert, und der Bruch wird verklebt. Die Fehlstellen an den Ecken werden unterlegt, und der Rücken wird erneuert. Die alten Deckelbezüge und Rückenteile werden wiederverwendet. Die fehlende Schließe wird nach Muster der vorhandenen erneuert. Der Buchblock des ganzen Bandes wird ausgebürstet. Die erste und letzte Lage werden trocken gereinigt, gewässert, gepuffert und nachgeleimt. Die Flecken werden mit chemischer Sonderbehandlung entfernt, Risse und Fehlstellen werden ergänzt. Verschiedene lose Blätter werden mitgeheftet. Die Heftung wird nicht auseinandergenommen, aber vor- bzw. nachgeheftet. Das alte Kapital wird gereinigt und fixiert.

Restaurierungskosten: 1.670,76 Euro

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