Ausstellung „Kalmücken – ein mongolisches Volk in Europa“

Seit über 200 Jahren erforscht die Georg-August-Universität Göttingen die Sprache und Kultur der Kalmücken. Bereits im 18. Jahrhundert kamen kalmückische Manuskripte, Drucke und ethnographische Objekte nach Göttingen. In der Ausstellung „Kalmücken – ein mongolisches Volk in Europa“ präsentieren wir nun Objekte dieser einzigartigen Sammlung sowie aktuelle Zeugnisse der kalmückischen Kultur. Sie wird bis zum 24.2.2018 zu sehen sein und leitet eine internationale Tagung an der SUB Göttingen zu den Oiraten vom 21. bis 23.2.2018 ein.

Die Kalmücken sind aus einer Untergruppe der Oiraten – einer westmongolischen Stammeskonföderation im 15. bis 18. Jahrhundert – hervorgegangen. Heute leben sie in der Republik Kalmückien innerhalb der russischen Föderation an der Nordwestküste des Kaspischen Meeres. In fünf Teile gegliedert zeigt die Präsentation ihre Geschichte und Kultur und verdeutlicht zugleich deren Verflechtung mit der europäischen Historie. Die Themen reichen von einer historischen Einordnung des Volkes über deren Begehrtheit als lebende Ausstellungsobjekte im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts sowie den persönlichen Bericht einer unter Stalin deportierten kalmückischen Familie bis hin zu Fotos des heutigen Lebens der Kalmücken. Die Ausstellung zeigt zudem, dass der Kontakt mit den Kalmücken den Auftakt der Mongolistik in Deutschland und an der Universität Göttingen darstellt.