Kabinettausstellung „Gutenberg in Göttingen“ vom 20.7. – 7.10.2018

In der Kabinettausstellung „Gutenberg in Göttingen“ zeigen wir Ihnen vom 20.7. - 7.10.2018 kostbare Stücke unserer Sammlung aus der Gutenbergzeit im Chor der Paulinerkirche. Glanzstück ist die auf Pergament gedruckte, kunstvoll illuminierte Gutenbergbibel, seit 2001 Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes „Memory of the World“. Daneben wird unter anderem auch das berühmte handgeschriebene Musterbuch präsentiert, das als unmittelbare Vorlage für die Ausmalung der Göttinger Gutenbergbibel diente.

Alle Interessierten sind herzlich zur feierlichen Eröffnung am Donnerstag, 19.7.2018 um 18:00 Uhr im Historischen Gebäude der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Papendiek 14, 37073 Göttingen eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Erfinder des europäischen Buchdrucks mit beweglichen Lettern, Johannes Gutenberg, hat die Stadt Göttingen niemals selbst betreten. Trotzdem befinden sich heute sieben bedeutende Quellen zu Gutenberg in der niedersächsischen Universitätsstadt. Wahrscheinlich lagen zumindest drei davon im Jahr 1455 noch zusammen auf dem Pult einer Mainzer Werkstatt: Die Göttinger Gutenbergbibel in zwei Bänden und das Göttinger Musterbuch.
Wie kommt es, dass diese einzigartigen Kulturschätze heute in Göttingen aufbewahrt werden? Und wieso enthält ausgerechnet die Göttinger Sammlung zudem weitere Bücher und Urkunden, die auf besonders eindrückliche Weise Aspekte aus Gutenbergs Leben und Wirken bezeugen?
Zu diesen und weiteren Überlegungen möchte die Kabinett-Ausstellung „Gutenberg in Göttingen“ anregen, die aus Anlass des 550. Todesjahrs von Johannes Gutenberg im Chor der Göttinger Paulinerkirche gezeigt wird.

Die weiteren Highlights sind in Gutenbergs Werkstatt gedruckte Ablassbriefe, eine Urkunde, die Gutenbergs finanzielle Beziehungen zu seinem wichtigsten Geldgeber beleuchtet, sowie eines der rätselhaftesten Bücher der Gutenbergzeit, das enzyklopädische Werk „Catholicon“. Bis heute ist nicht geklärt, wann es genau gedruckt wurde, wo es gedruckt wurde und wer es gedruckt hat. Vieles spricht dafür, es ebenfalls als einen Druck Johannes Gutenbergs zu betrachten.
Außerdem wird an einen weiteren Mainzer Druck der Gutenbergzeit erinnert, der sich einmal in der Göttinger Sammlung befunden hat, heute aber fehlt: Wo ist der Mainzer Psalter aus dem Hildesheimer Ursulinenkloster?

Am Beispiel der Gutenberg-Dokumente aus der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen kann auf eindrucksvolle Weise gezeigt werden, dass sich globale Themen wie der Medienwandel oder die Transformation von Wissensspeichern anhand konkreter, lokal vorhandener Zeugnisse und Spuren vermitteln lassen – und dass die mit Gutenbergs Namen verbundene und anhaltende Kommunikationsentwicklung gesellschaftlichen Alltag und wissenschaftliche Arbeit gleichermaßen bestimmte und bestimmt.