Open-Access-Publizieren ohne Gebühren: SUB Göttingen tritt Open Library of Humanities bei

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen), eine der größten Forschungsbibliotheken Deutschlands, möchte innovative Ansätze bei der frei zugänglichen Veröffentlichung wissenschaftlicher Publikationen fördern und ist kürzlich der “Open Library of Humanities” (OLH) beigetreten. Die gemeinnützige Organisation OLH wurde 2013 als Netzwerk von Wissenschaftler*innen, Bibliothekar*innen, Programmierer*innen und Verlagen gegründet und erhebt als wissenschaftlich geführter Open-Access-Verlag mit hohem Qualitätsanspruch keine Autorengebühren.

Getragen werden die Kosten durch internationale Bibliothekskonsortien, die zum einen ihren Fachwissenschaftler*innen das kostenfreie Open Access Publizieren ermöglichen und zum anderen die weitere Generierung von frei zugänglichen Inhalten für Wissenschaft und Öffentlichkeit befördern wollen. Zum Repertoire der OLH gehören beispielsweise Zeitschriften wie “Glossa”, das vormalige Elsevier-Journal “Lingua” oder das “Journal of European Ethnology - Ethnologia Europaea”. Namenhafte Unterstützer*innen finden sich im Steuerungsgremium und Beirat, z.B. mit Martin Paul Eve als einer der Geschäftsführer*innen oder Oya Y. Rieger.

Die SUB Göttingen engagiert sich für die Forschenden am Göttingen Campus seit langem im Bereich offener und innovativer Publikationsmöglichkeiten. Sie möchte durch ihren Beitritt die Strategien der konsortialen Förderer unterstützen und gezielt solche Ansätze beim Open-Access-Publizieren fördern, die nicht auf artikelbasierten Einzelzahlungen beruhen. Dazu gehört die bewusste Unterstützung von Infrastrukturen des Diamond Open Access, das ohne Artikelgebühren auskommt, sondern auf Förderung der zugrundeliegenden Dienste beruht. Auf diese Weise kann ein disziplinübergreifendes, offenes und vernetztes Publikationsökosystem geschaffen werden, das zur grundlegenden Transformation der Publikationslandschaft beiträgt. Der konsortialen Finanzierung von offenen Infrastrukturen mit gemeinnütziger Ausrichtung oder in institutioneller Verantwortung kommt dabei besondere Bedeutung zu, auch um problematischen Preisentwicklungen des kommerziellen Verlagssektors entgegenzutreten.

Die textorientierten Disziplinen der Geistes- Gesellschafts- und Kulturwissenschaften werden dabei besonders vom OLH-Beitritt profitieren. Diesen kommt außerdem das Engagement in OPERAS, dem Konsortium zur Entwicklung einer europäischen Forschungsinfrastruktur für Open Access Publikationen in den Sozial- und Geisteswissenschaften (SSH), zugute. Alle Disziplinen gleichermaßen in der digitalen Transformation zu unterstützen, erfüllt die SUB Göttingen mit ihrem Engagement in Initiativen wie Research Data Alliance (RDA) oder DataCite für das Forschungsdatenmanagement.

Die SUB Göttingen ist den offenen und fairen Prinzipien im Wissenschaftskontext verpflichtet und hat diese in ihren Leitlinien verankert. Sie ist Mitglied zahlreicher Organisationen und Initiativen (u.a. LIBER, COAR) und unterstützt Wissenschaftler*innen durch eigene Angebote für das Open-Access-Publizieren, wie z.B. einen Open-Access-Publikationsfonds, dem innovativen Publikationsdatenmanagement GRO.publications und dem Universitätsverlag Göttingen.