Open-Access-Statistik - Projektdetails

Infrastruktur für standardisierte Nutzungsstatistiken unter besonderer Berücksichtigung Institutioneller Repositories

www.dini.de/projekte/oa-statistik/

Wer publiziert, will gelesen und wahrgenommen werden. Dies ist im wissenschaftlichen Bereich ebenso zutreffend wie bei Belletristik und Sachbuch. Open Access postuliert per se eine bessere Rezeption durch einfachere Zugänglichkeit. Quantitativ ist dies nur durch Statistiken belegbar. Automatisch gemessen werden kann im elektronischen Umfeld nur der Zugriff als Indiz für Nutzung. Wissenschaftliche Online-Publikationen stellen ein verteiltes, komplexes Netzwerk dar, bei dem eine Publikation von verschiedenen Anbietern, in unterschiedlichen technischen Umgebungen, in unterschiedlichen Stufen des Publikationsprozesses und zu unterschiedlichen Bedingungen zur Verfügung gestellt werden kann. Daher ist neben der Definition, was als Nutzung zu betrachten ist, entscheidend, welche Teilbereiche des Publikationsnetzwerkes man in eine Datenerhebung einbezieht.

Open-Access-Statistik (OA-S) ist ein kooperatives Projekt zur Erfassung und Verarbeitung von Nutzungsdaten und -statistiken, die sich über verschiedenartige Repositorien erstrecken. Über einen Zeitraum von 18 Monaten (Start: 01.07.2008) wird eine Infrastruktur zur standardisierten Erfassung von Nutzungsdaten unter besonderer Berücksichtigung institutioneller Repositorien aufgebaut. In enger Kooperation mit dem Netzwerk von Open-Access-Repositorien (OA-N) werden verschiedenen Nutzergruppen Mehrwertdienste für die Nutzung wissenschaftlicher Informationen an die Hand gegeben.

OA-S wird von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft e. V.) gefördert und anschließend in den von den Projektpartnern getragenen Regelbetrieb übergehen. OA-S wurde maßgeblich durch DINI (Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e. V.) – und dort durch die Arbeitsgruppe „Elektronisches Publizieren“ – initiiert.

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen), der Computer und Medien Service (CMS) der Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin), die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek Saarbrücken (SULB Saarbrücken) und Universitätsbibliothek Stuttgart (UB Stuttgart) kooperieren mit nationalen, sowie internationalen Partnern, darunter auch der Digital Repository Infrastructure Vision for European Research (DRIVER), der Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche (LIBER) und dem Joint Information Systems Committee (JISC).

Es wird der Aufbau einer dauerhaften Infrastruktur – angebunden an das Netzwerk von Open-Access-Repositorien (OA-N) – zur Erfassung und Verarbeitung von Nutzungsdaten angestrebt. Nutzungsdaten elektronischer Ressourcen werden auf verschiedenen Ebenen erhoben. Neben unterschiedlichen Repository-Software-Produkten (DSpace, OPUS und e-doc) werden auch sog. Linkresolver (SFX, ggf. Linksolver) und Lizenzserver (HAN) berücksichtigt. Nutzungsdaten liegen nach ihrer Erfassung an den jeweiligen Institutionen zentral (OA-N) als Aggregat in Form von deskriptiven Statistiken und Metriken vor und dienen der Erzeugung von Mehrwertdiensten für Endnutzer. Mehrwertdienste bereichern die bisherigen Angebote um neue Möglichkeiten der Auswahl und Anzeige elektronischer Dokumente. Weiterhin ist zu jedem Dokument abrufbar, wie häufig es lokal, aber auch national, aufgerufen wurde.

Um eine möglichst große Verbreitung der Projektergebnisse zu erreichen, werden zum einen Empfehlungen in das DINI-Zertifikat übernommen, welche die standardisierte Erfassung und Bereitstellung von Nutzungsdaten und -statistiken sowie die Anbindung an das Netzwerk von Open-Access Repositorien fördern. Zum anderen werden Repository-Betreibern Guidelines, Hilfedokumente und Softwarepakete zur Verfügung gestellt, damit diese unkompliziert standardisierte Nutzungsdaten erfassen und aussagekräftige Statistiken bereitstellen können. Dies ermöglicht ihnen, ihren Nutzern – mit vertretbarem Aufwand – Mehrwertdienste anzubieten.

Leitung / Koordination

Partnerinstitutionen

Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in der SUB Göttingen

Ehemalige Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in der SUB Göttingen

Prof. Dr. Norbert Lossau, Tobias Schäfer